Der erste Mord

Der erste Fall: In Mettmann wird ein Lehrer ermordet, er unterrichtete am Gymnasium in der Innenstadt, doch ermordet wurde er in der Aula im Stadtteil Metzkausen. Wobei Stadtteil… naja, die Metzkausener sehen sich weniger als Stadtteil, aber das ist ein anderes Thema.

Doch egal wo, Mord bleibt Mord und dieser wird nicht der einzige bleiben.

Und wie immer im Leben, gibt es ein Vorher. Und das hier, das ist der Anfang, da, wo es losging, früher, als noch niemand an Mord dachte:

Der Körper hörte auf zu zucken. Der Kopf mit dem Gesicht, das keins mehr war, lag nun ebenso reglos wie der Rest auf dem breiten Gang zwischen den Sitzreihen. Es war endlich vorbei. Der letzte Schlag war getan. Er hatte die Schleife auf das zerschlagene Gesicht gelegt. Nun konnte er sich zurück ziehen. Es war kein schöner Anblick gewesen, er hatte sich bei jedem Schlag geekelt. Er sollte endlich verschwinden. Doch er blieb noch stehen. Betrachtete ruhig die Szene. Durch die fast ganz herunter gedimmten Deckenleuchten der großen Aula wie in Nebel gehüllt. „Ich muss jetzt gehen“, flüsterte er „es gibt nichts mehr zu tun.“

Er hielt noch immer die Schlagwaffe in der Hand. Überall war Blut. Er ging ein paar Schritte, sofort war eine weitere Blutspur zu sehen. Ihm fiel die Plastiktüte in der Manteltasche ein. Er steckte die Schlagwaffe notdürftig hinein, wickelte sie ein und ging leise rückwärts Richtung Saaltüre, achtete vorsichtig darauf nicht in Blut zu treten um nicht noch mehr Spuren zu hinterlassen. In der Türe blickte er auf, holte seine hochempfindliche kleine Digitalkamera aus der anderen Manteltasche, zoomte die Schleife ganz nah heran, machte zwei Fotos, drehte sich um und verschwand.

Er war sicher, dass ihn niemand gesehen hat. Weder ihn noch den anderen, der dort zerschlagen auf dem Boden lag. Und der hatte ihn auch nicht gesehen. Würde er noch leben, könnte er nicht sagen, wer ihn so übel zugerichtet hat. Aber er war tot und so spielte das alles keine Rolle mehr.